Laktoseintoleranztest

Wie kann man eine Laktoseintoleranz feststellen?

Sie erkennen Ihre Beschwerden in den beschriebenen Laktoseintoleranz Symptomen wieder? Dann sollten Sie sich durch einen Laktoseintoleranztest vergewissern, ob Sie tatsächlich laktoseintolerant sind.

Am besten Sie wenden sich hierzu an Ihren Arzt. Schildern Sie ihm ihre Beschwerden umfassend und sprechen Sie ihn auf den Verdacht einer Laktoseintoleranz an.

In der Medizin gibt es verschiedene Möglichkeiten von Laktoseintoleranztests, um eine Laktoseunverträglichkeit festzustellen:

  • durch einen H2-Atemtest
  • durch einen Laktose-Belastungstest
  • durch einen Gentest
  • durch eine Dünndarmbiopsie
  • durch eine Urinprobe

Im Folgenden werden die einzelnen Möglichkeiten der Laktoseintoleranztests näher betrachtet:

H2-Atemtest oder auch Wasserstoff-Atemtest

Der Wasserstoff-Atemtest hat sich zwischenzeitlich in vielen Arztpraxen und Kliniken als Standardverfahren zur Erkennung einer Laktoseintoleranz etabliert. Diese Methode funktioniert relativ unkompliziert. Allerdings müssen Sie etwas Zeit mitbringen.

Um sich testen zu lassen, müssen Sie nüchtern sein. Hierzu wird der Arzt mit Ihnen einen entsprechenden Termin vereinbaren. Bis zu 12 – 15 Stunden vorher dürfen Sie dann keine Nahrung zu sich nehmen. Ausgenommen davon ist stilles Wasser. Gegebenenfalls erhalten Sie noch weitere Anweisungen von Ihrem Arzt.

Wie funktioniert der Wasserstoff-Atemtest?

Das Gerät für die Messung ähnelt einem Alkoholtestmessgerät. Das Prinzip auch. Sie holen tief Luft und pusten den gesamten Lungeninhalt in das Röhrchen des H2-Atemtestgerätes. Der ermittelte Wert ist dann der sogenannte Basal- oder auch Nüchternwert. Danach bekommen Sie ein Glas mit einer Laktoselösung zum Trinken. Ab diesem Zeitpunkt müssen Sie 2 – 3 Stunden lang nun alle 15 – 30 min. ihre Atemluft in das Röhrchen pusten. Dabei wird jedes Mal die Wasserstoffkonzentration der Atemluft gemessen. Wasserstoff bildet sich im Dünndarm, wenn die Laktose nicht gespalten werden kann. Über die Darmschleimhaut gelangt der Wasserstoff dann in den Blutkreislauf und wird durch die Lunge abgeatmet.

Sind Sie tatsächlich laktoseintolerant, werden Sie nebenbei auch mit den typischen Beschwerden der Laktoseintoleranz wie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall etc. zu kämpfen haben. Dies fließt wiederum mit in die Diagnose ein.

Bei nicht laktoseintoleranten Menschen werden sich die Messwerte nach dem Milchzuckertrunk zum Nüchternwert nicht sonderlich verändern. Steigt der Wert jedoch um 20 ppm (parts per million) im Vergleich zum Nüchternwert an und die Testphase wurde von den typischen Laktoseintoleranzsymptomen begleitet, können Sie davon ausgehen, dass Sie laktoseintolerant sind.

Bei manchen Testpersonen kann der Test auch ein negatives Ergebnis bringen. Das sind dann sog. Non-Producer. Sie sprechen nicht auf einen Wasserstoff-Atemtest an, da Sie keine Wasserstoff produzierenden Bakterien besitzen. Diese Patienten sollten dann mit einem Laktose Belastungstest getestet werden.

Der Laktose Belastungstest

Eine weitere Methode eine Laktoseintoleranz festzustellen, ist der Laktose Belastungstest. Auch für diesen Test müssen Sie nüchtern sein. Als Vergleichswert wird hier eine Blutprobe herangezogen. Diese wird entweder von der Fingerkuppe oder dem Ohrläppchen gezogen. Danach bekommen Sie auch hier eine Milchzuckerlösung zum Trinken. Anschließend werden Ihnen während der nächsten 2- 3 Stunden alle 15 -30 min. Blutproben entnommen und der Blutzuckerwert verglichen.

Wird Laktose im Dünndarm gespalten, gelangt Glucose durch die Darmwand in die Blutbahn und der Blutzuckerwert steigt an. Kann die Laktose durch das fehlende Enzym Laktase nicht gespalten werden, wird auch kein Anstieg des Blutzuckerwertes sichtbar sein.

Liegt der Blutzuckerwert im Vergleich zur Erstmessung unter 20 mg pro Deziliter und traten die bekannten Begleiterscheinungen auf, so kann von einer Laktoseintoleranz des Patienten ausgegangen werden.

Im Idealfall führt Ihr Arzt einen Wasserstoff-Atemtest und einen Laktose Belastungstest zur gleichen Zeit durch.

Der Gentest

Laktoseintoleranz kann auch durch einen Gentest festgestellt werden. Mithilfe einer Blut- oder Speichelprobe wird in einem Speziallabor untersucht, ob ein bestimmter DNA Baustein vorhanden ist. Dieser DNA Baustein legt fest, ob man als Erwachsener Laktose abbauen kann oder nicht.

Mit einem Gentest kann ermittelt werden, ob eine primäre Laktoseintoleranz oder eine sekundäre Laktoseintoleranz vorliegt.

Die Dünndarmbiopsie

Diese Variante des Laktoseintoleranztests ist die sicherste Methode, um eine Milchzuckerunverträglichkeit zu diagnostizieren. Dem Dünndarm wird aus der Oberfläche der Darmschleimhaut eine Gewebeprobe entnommen. Die Untersuchung der Gewebeprobe lässt exakte Aussagen über die Laktase-Aktivitäten sowie über die Schwere der Laktoseintoleranz zu. Allerdings ist diese Methode  aufwendig und für den Patienten eher unangenehm.

Die Urinprobe

Vor einer Urinprobe müssen die Testpersonen ebenfalls eine Laktoselösung zu sich nehmen. Durch eine Urinprobe kann festgestellt werden, ob sich Galaktose (Schleimzucker) im Urin befindet. Galaktose entsteht durch die enzymatische Spaltung von Laktose.