Formen der Laktoseintoleranz

Menschen, die eine Mangelerscheinung des Enzyms Laktase im Dünndarm haben, leiden an Laktoseintoleranz. Dies kann bereits von Geburt an sein. Bei den meisten laktoseintoleranten Menschen  nimmt jedoch erst mit zunehmendem Alter die Laktase-Aktivität ab. Die Medizin unterscheidet deshalb  drei Formen der Laktoseintoleranz:

  1. Primäre Laktoseintoleranz
  2. Sekundäre Laktoseintoleranz
  3. Kongenitale Laktoseintoleranz

Sehen wir uns die Formen der Laktoseintoleranzen einmal genauer an:

Primäre Laktoseintoleranz

Wenn Menschen mit zunehmendem Alter immer schlechter Milch und Milchprodukte vertragen, dann spricht man von einem primären Laktase-Mangel. Dies ist die häufigste Form der Laktoseintoleranz . Der Laktase-Mangel ist angeboren und nach bisherigen Erkenntnissen genetisch bedingt. Meistens zeigt sich die Laktoseunverträglichkeit erst im Erwachsenenalter. Vereinzelt kann sie auch schon im Kindesalter oder bei Heranwachsenden auftreten. Mit zunehmendem Alter nehmen die Laktase-Aktivitäten im Dünndarm unwiederbringlich ab. Dies ein ein völlig natürlicher Vorgang, der bei fast jedem Menschen festgestellt werden kann.

Sekundäre Laktoseintoleranz

Von einem sekundären Laktase-Mangel spricht man, wenn  die Laktoseintoleranz erworben ist. Sie ist nicht genetisch bedingt, sondern tritt als Begleiterkrankung auf. Dabei werden die Enzyme im Darm werden geschädigt. Dies kann durch die Behandlung bakterieller oder viraler Infekte mit Antibiotika oder Zytostatika hervorgerufen werden. Sekundärer Laktase-Mangel tritt in der Regel auch bei Magen- und Darmerkrankungen wie Zöliakie, Morbus Chron, Colitis Ulcerosa oder anderen Entzündungen im Magen-Darm-Bereich auf. Bereits kleine Entzündungsherde im Dünndarm reichen aus, um die Laktaseaktivität spürbar zu beeinträchtigen. Während dieser Zeit, in dem der Darm sehr gereizt ist, sollte auf laktosefreie Nahrungsmittel umgestellt werden.

Eine sekundäre Laktoseintoleranz muß nicht zwangsläufig lebenslänglich LI heißen. Bei einem erfolgreichen Heilungsprozess baut der Darm das Enzym Laktase wieder auf und die Laktoseunverträglichkeit nimmt ab.

Kongenitale Laktoseintoleranz

Bei dieser Form der Laktoseintoleranz handelt es sich um einen angeborenen Enzymdefekt. Das Enzym Laktase fehlt im Dünndarm völlig. Dies kann genetisch bedingt sein und kann sogar weiter vererbt werden.  Allerdings kommt diese Form der Laktoseintoleranz eher selten vor.

Betroffene Säuglinge dürfen nicht mit Muttermilch gestillt werden. Sie benötigen unbedingt eine laktosefreie Säuglingsnahrung. Außerdem sollte ein kongenitaler Laktase-Mangel immer von einem Arzt mit beobachtet und behandelt werden, damit es nicht zu schweren Durchfällen oder schlimmsten Falls zur Austrocknung kommt.